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Diesel am Ende? Gas geben!

Die deutschen Autohersteller haben ein Problem. In einem Wort zusammengefasst: Dieselgate. Betroffen sind nicht nur ältere, sondern vor allem auch neuere Fahrzeuge, die nach nicht unerheblichen Schummeleien der Hersteller bei der Abgasreinigung ihren Ruf sauberer Mobilität längst verloren haben. Verspielt wurde damit auch ein gutes Stück Vertrauen der Verbraucher, die nun mehr oder weniger in Eile nach Alternativen zum fragwürdigen Selbstsauger-Antrieb suchen.

Politik spielt einseitiges Spiel

Was den Verbraucher in Deutschland ärgert, betrifft auch die Fahrer vieler deutscher Fabrikate in der Schweiz. Nicht erstaunlich, dass bei einem solchen Massenphänomen auch schnell die Politik auf die Bühne getreten ist.

Gerufen wird von politischer Seite schnell und laut nach einem Dieselverbot, am besten nach einem Verbot sämtlicher Verbrennungsmotoren. Favorisiert wird im gleichen Atemzug einseitig das Elektroauto als scheinbar einzige Alternative zum Verbrennungsmotor. Ausgenommen aus der Diskussion werden Hybridfahrzeuge und solche, die beispielsweise mit LPG-Autogas angetrieben werden.

Dabei bietet gerade das LPG-Autogas für viele Fahrzeuge eine vernünftige und deutliche saubere Alternative zum klassischen Benzinmotor. Hier muss in den meisten Fällen das Auto eben nicht gegen ein Elektromobil teuer getauscht, sondern lediglich eine Umrüstung vorgenommen werden. Diese gibt es bereits zwischen 2'000 bis 6'000 CHF je nach Modell und Umrüstmöglichkeit.

Trotz dieser Alternativen schwören viele Politiker im In- und Ausland jedoch einseitig auf den Elektroantrieb, der in seiner jetzigen Entwicklungs- und Ausbaustufe alles andere als fertig ist. Abgesehen von der meist nicht vorhandenen Infrastruktur bezüglich der Ladestationen, deren Schaffung ohnehin noch eine Menge Probleme bereiten wird.

Gasantrieb ist nicht neu

Der Gasantrieb für Pkw ist nicht neu. Über viele Jahrzehnte hinweg erprobt bietet er eine sparsame, vergleichsweise saubere und günstige Alternative zum Verbrennungsmotor mit Benzin oder Diesel. Besonders bei Benzinautos bleiben auch die Umrüstkosten im Rahmen und haben sich oft schon nach etwa vier Jahren amortisiert.

LPG-Autogas ist deutlich günstiger als Benzin, im Verbrauch etwas weniger sparsam aber in der Abgasbilanz deutlich sauberer. Darüber hinaus ist die Reichweite im Vergleich zum derzeit verfügbaren Elektroauto deutlich größer. Ein umfangreiches Versorgungsnetz in der Schweiz und im europäischen Ausland mit um die 40'000 Tankstellen bietet darüber hinaus eine hohe Versorgungssicherheit mit LPG-Autogas.

Jede Menge guter Argumente für eine Umrüstung von benzingetriebenen Kraftfahrzeugen auf LPG-Gas, die allerdings so neu auch gar nicht sind. Schon deshalb verbietet sich eigentlich die politische Diskussion um eine schnelle Abschaffung der Verbrennungsmotoren. Zumal solche Verbrennungsmotoren längst nicht nur in Kraftfahrzeugen, sondern auch auf der Schiene oder in der Energieversorgung und im industriellen Bereich eingesetzt werden.

Sinn hat immer etwas mit Sinnhaftigkeit zu tun

Über den Sinn und Unsinn eines Verbotes von Verbrennungsmotoren lässt sich trefflich streiten. Viel wichtiger ist aber die Auseinandersetzung mit der Sinnhaftigkeit eines solchen Unterfangens. Nach derzeitigem Stand sind die einzigen Nutzniesser einer solchen Debatte die Autohersteller, vor allem solche, die sich auf die vermeintliche Zukunftstechnologie Elektroantrieb stürzen. Aber selbst die Hersteller „sauberer“ Dieselautos wittern Morgenluft. Schmutzige Diesel sollen durch „saubere“ Selbstsauger „umgetauscht“ werden, sprich die Verbraucher sollen sich neue Autos kaufen. Und auch die Zahl der neu zugelassenen Benziner steigt spürbar an.

Sinnhaftigkeit zeigt sich in solchem Aktionismus kaum. Als sinnvoll und ebenso sinnhaft sehen wir die Möglichkeit der Umrüstung von Benzinfahrzeugen auf LPG-Gas. Das ist eine Möglichkeit, die den Geldbeutel der Autofahrer deutlich weniger belastet als ein Neukauf von Autos und ist über viele Jahre hinweg eine gute Lösung.

Was die Politik nicht vermitteln kann oder will, wird der kluge Autofahrer schon bald selbst in die Hand nehmen. Erste Zahlen aus diesem Jahr aus Deutschland zeigen, dass der Kauf von gasgetriebenen Kraftfahrzeugen deutlich zugenommen hat, auch wenn die totale Zahl nicht überraschend gross erscheint. Ein deutliches Interesse an der Umrüstung erfahren wir auch aus den Garagen, die zunehmend mehr Anfragen zur Umrüstung aus LPG-Gas entgegen nehmen können. Hier hat der mündige Bürger längst selbst erkannt, wie er aus einem Problem eine nutzvolle Lösung machen kann.

Ganz ohne überflüssiges Geschwätz, ganz ohne Kaufzwang und immer mit dem Wissen, dass Autogas eine vernünftige Alternative zum Diesel aber vor allem zum klassischen Benzinmotor sein kann. Dass letztlich auch Benzin und Gas in einem umgerüsteten Fahrzeug gleichermassen genutzt werden können, dürfte das Interesse an einer sinnhaften Umrüstung weiter steigen lassen.

Und während in Deutschland laut über Fahrverbote, blaue Umweltplaketten und ähnlich restriktive Massnahmen nachgedacht wird, machen sich die ersten Schweizer auf den Weg in die Garage und lassen ihr Fahrzeug umrüsten.

OBEN

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